Begriffserklärungen

Fayence, Emaux und Krakelee

Fayence

Fayence stammt aus dem französischen Sprachgebrauch und ist von der italienischen Stadt Faenza abgeleitet. Hierbei handelt es sich um ein tonkeramisches Erzeugnis, dessen poröser roter oder ockerfarbener Scherben mit einer farbigen oder weißdeckenden Zinnglasur überzogen ist. Die Stücke werden nach dem Modellieren getrocknet, dann bei etwa 900 Grad gebrannt und nach dem Erkalten in ein Glasurbad aus Sand, Pottasche, Blei, Zinn und Wasser getaucht. Dieses Gemisch bleibt als Überzug auf der Oberfläche des Scherbens haften und wird nach seiner anschließenden Bemalung direkt auf der noch ungebrannten Glasur bei über 1100 Grad aufgeschmolzen.

Angemalt wird der Glasurbrand entweder mit Scharffeuerfarben (wegen der hohen Temperatur beschränkt auf Blau, Mangan, Gelb, Grün, Rot, Braun und Schwarz) oder mit Muffelfarben (Metalloxide vermischt mit feingepulvertem, stark blei- und borsäurehaltigem Glas). Letztere müssen in einem dritten Brand bei 600 bis 800 Grad haltbar gemacht werden.bei Keramiken normalerweise nicht der Fall ist.

EMAUX

EMAUX ist im französischen die Mehrzahl von EMAIL (ausgesprochen emai)

Das Email oder die Emaille (von altfränkisch Smalt, auch Schmalt, "Schmelz"; daraus französisch émail; auch als Schmelzglas[1] oder Schmelzwerk[2] zu finden) bezeichnet eine Masse anorganischer Zusammensetzung, meist aus Silikaten und Oxiden bestehend, die durch Schmelzen oder Fritten, was einen kurz vor der Vollendung abgebrochenen Schmelzvorgang bedeutet, in meist glasig erstarrter Form hergestellt wird. Diese Masse wird, manchmal mit Zusätzen, in der Regel in einer oder mehreren Schichten auf ein Trägermaterial aufgebracht und bei hohen Temperaturen und kurzer Brenndauer geschmolzen, wobei meist ein Überzug des Trägermaterials angestrebt wird. Email kommt auf Metall oder Glas als Trägermaterial zum Einsatz. Oder wie im vorliegenden Fall auf Keramik.

Bei den EMAUX DE LONGWY wird mit abgegrenzten Flächen gearbeitet, d.h. bevor Farbe aufgetragen wird, werden alle Motive und Farbfelder von Hand schwarz eingegrenzt. Das dadurch entstandene Muster muss der Vorlage des Künstlers voll und ganz entsprechen. Erst jetzt werden die verschiedenen Felder Tropfen für Tropfen ausgefüllt, bis eine makellose Fläche entsteht. Würde die schwarze Abgrenzung fehlen oder wäre sie fehlerhaft, würden die Farben unkontrolliert ineinander verlaufen.

Im Gegensatz zur Fayence, wo nur mit einer Farbe gearbeitet wird und ggf. einige einfache Farbakzente nachträglich auf Reliefs angebracht werden, werden bei den Emaux alle Farben nebeneinander aufgetragen und gleichzeitig gebrannt. Lediglich die Edelmetalle, also Gold und Platin werden nachträglich aufgetragen und in einem zusätzlichen schonenden Vorgang bei niedrigerer Temperatur gebrannt.

Krakelee

Als Krakelee (franz.: craquelé = rissig, gesprungen) bezeichnet man eine Technik, die eine feine netzartige Rissbildung in Lack und Glasur auf Holz, Glas und Keramik entwickelt. Das Krakelee wird als gewünschter Effekt bewusst herbeigeführt.

Diese Technik wurde im 18. Jhd. In Frankreich durch die fernöstlichen Keramiken bekannt.

Das Video "Made in Luxe - Emaux de Longwy" zeigt die aufwändige Herstellung der Longwy-Produkte und kann kostenlos angeschaut werden. Klicken Sie hier...