Herstellung

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Der Modellierer bei der Arbeit: die Entstehung der Form

Zuerst entwirft die Designabteilung die Form des Objekts. Anschließend wird in der Formenwerkstatt ein Gipsmodell entwickelt. Dieses Modell dient der Herstellung der Form, eine hohle Gipsform, in die flüssiger Ton gegossen wird. Der Gips zieht das Wasser aus der Mischung, die die Wände berührt, und es bildet sich eine Kruste. Sobald die Kruste eine Stärke von circa 8 mm erreicht hat, wird die Form „auf den Kopf gestellt“, um den überschüssigen flüssigen Ton zu entfernen. Das Objekt trocknet 4 bis 5 Stunden und wird anschließend aus der Form herausgenommen und muss weitere 24 Stunden trocknen. In der Fertigungsabteilung werden die Nähte und andere Schönheitsfehler beseitigt.

Nun wird das Stück bei 1050°C (1920°F) über Nacht gebrannt. Die dadurch entstandene weiße Terracotta nennt man Biskuit. Nun wird das Stück mit einem schwarzen Tintenmotiv bedruckt, das dem vom Künstler entworfenen Dekor entspricht. Die schwarzen Linien verhindern das Auslaufen und Vermischen der Farben untereinander, hierfür wird die einzige bekannte Technik des Emaillierens auf Keramik angewandt.

Dekor

Jeder durch die schwarzen Linien abgegrenzte Bereich wird nun von Hand mit einer Glasur überzogen, einer Mischung aus Kristallpulver und farbigen Oxyden, die Tropfen für Tropfen aufgetragen wird. Die Glasurtropfen trocknen beim Kontakt mit dem Biskuit und daher ist es unmöglich, das Dekor aufzumalen. Das Ergebnis wird dadurch vollendet, dass ein Tropfen an den nächsten geschoben wird, eine zeitaufwändige Methode.

Ein Stück wird komplett von einem Kunsthandwerker ausgeführt. Sobald das Stück vollständig verziert ist, wird es über Nacht bei 750°C (1380°F) gebrannt. Die meisten Stücke müssen nachgebessert werden und verbringen dann eine weitere Nacht bei gleicher Temperatur im Ofen.

Anschließend wird Gold aufgetragen und das Stück muss erneut gebrannt werden, dieses Mal allerdings bei 600°C (1200°F).

Nun wird die Vase mit einer Mixtur aus gebrannter Sienna-Erde und Wasser abgewaschen, damit das Krakelee in der Glasur sichtbar wird. Diese sehr spezielle Keramiktechnik ist äußerst schwer zu handhaben, aber sie führt zu einem einzigartigen Ergebnis: Longwy Stücke sind mit einer sehr dicken Schicht farbiger Glasur bedeckt, weitaus dicker als bei anderen Keramiken, was dem Dekor sowohl Volumen als auch solch tiefe Farben verleiht, was sonst bei Keramiken normalerweise nicht der Fall ist.

Das Video "Made in Luxe - Emaux de Longwy" zeigt die aufwändige Herstellung der Longwy-Produkte und kann kostenlos angeschaut werden. Klicken Sie hier...